United States : Der alte Mann und das Meer

Der alte Mann und das Meer

EUR 6,95


Allegorie auf den Existenzkampf - Was diese Erzählung und ihre Bewertung angeht, kann man ausnahmsweise sowohl Befürworter als auch Kritiker mit gewissen Einschränkungen verstehen. Der alte Mann und das Meer ist eine sprachlich und inhaltlich äußerst schlichte, bisweilen dürftige Erzählung über einen armen alten Fischer, der eines Tages allein hinausfährt und plötzlich den größten Fisch seines Lebens an der Angel hat.Während der Fisch ihn zunächst hinter sich her zieht, gewinnt er schließlich die Oberhand und bezwingt den Fisch. Bevor er ihn aber an Land schaffen kann, wird dieser von Haien bis auf das Gerippe aufgefressen.Man kann das als langweilige, bisweilen eintönige und - bis auf das furiose Finale - ereignisarme Geschichte lesen. Der alte Mann auf dem Meer, der mit sich selber spricht, ist nicht weiter unterhaltsam.Man kann es auch als Allegorie auf das Leben selber lesen. Hier geht es darum, dass einer alle seine Kraft einsetzt, am Ende alles verliert und dann doch den moralischen Sieg und die Bewunderung aller davonträgt.Man muss diese Erzählung vielleicht nicht gelesen haben, man wird das Lesen aber nicht bereuen. Insbesondere das auf die Tränendrüsen drückende Ende, das Alter und Erfahrung zu ihrem Recht kommen lässt, ist Hemingway großartig gelungen.

Ein unterhaltsame kurze Geschichte - Ich will nur eine kurze Rezension abgeben da lange Rezensionen fast keiner liest.Hemingway ist ein richtig guter Geschichtenerzähler und entführt den Leser in seine erdachte Welt. Es macht richtig viel Spaß die verschiedenen Kämpf des alten Mannes zu erleben.Alles in einem kann man das Buch flott in zwei Tagen durchlesen und troz des kleinen Nachgeschmackes das die Story hinterlässt, kann man das Buch weiterempfehlen.

Kurzweiliges Vergnügen - Hemingways gepriesener Roman, ist ein äußerst kurzweiliges Vergnügen. Die Lektüre liegt bereits Monate hinter mir, und das Meiste ist vergessen. Die Erinnerungen sind jedoch überwiegend positiv. Die Geschichte ist reich an Metaphern, sei es die Anspielungen auf Jesus, die Einsamkeit des Menschen, oder der ewige Kampf zwischen Mensch und Natur, überall schwingt der Tod mit. Zeitlose und klassische Themen, die nie ihre Bedeutung verlieren. Der Stil ist sehr schlicht gehalten, kein Wort ist hier zuviel, vieles wird nur angedeutet und muss vom Leser weitergedacht werden. Gerade hieraus zieht der Text aber seine poetische Kraft. Herausragende Erzählkunst, die nicht umsonst mit dem Literaturnobelpreis bedacht wurde.Hemingway hat die Themen, die im Rahmen der Geschichte möglich waren, ausgeschöpft, überzeugt mit einem schlicht-prosaischen Stil, die Lektüre ist nicht intensiv, bleibt nicht haften. Insgesamt lesenswert, doch den teils euphorischen Rezensionen vermag ich mich nicht anzuschließen.

ego - Der ganze Witz ist doch der Kampf gegen das eigene Ego.Genau das war dass, was Ernest damit sagen wollte.Wenn sich jeder seines eigenen Kampfes bewusst wird, dann wird jeder diese Geschichte verstehen.

Botschaft der Sinnlosigkeit - Große Erzählkunst kann man Hemingway nicht absprechen. Doch was will der Autor uns sagen? Was will er uns geben? Kann man das mit gut oder nicht wertvoll bewerten? Hat man es doch mit einem Werk des Nihilismus zu tun, denn obwohl Hemingways Lebensmaxime, die er am Schluss seines Lebens als seine persönliche Lebenslüge offenbart hat, Niemals aufgeben! dem entgegengesetzt ist, nützt der Kampf um den Sieg über den Fisch dem alten Mann doch nichts, als ob der Kampf nicht schon der Weg gewesen wäre, den zu gehen Lebenssinn geben könnte. Hemingway negiert dies letztendlich. Mit seinem Freitod entwertet er seine Werke oder macht er sie glaubwürdiger? Was soll man glauben? Dass das Leben, wie Hemingway dachte, sinnlos sei? Wozu dann aber nie aufgeben? Man kann vernichtet werden, aber man darf nie aufgeben! lässt er seine Helden sagen, die er dann doch sterben oder scheitern lässt. Und er selber tut es auch. Dieses nie aufgeben macht eben doch nur Sinn, wenn man eine Grundlage hat, die außerhalb einem selbst liegt. Das sah der Autor nie so. Egal wo er hinschaute, es gab nichts für ihn zu hoffen. Seine Werke sind von einer dicken Schicht Verzweiflung und düsterer Melancholie überzogen. Und darunter gibt es auch nicht viel zu hoffen. Einen seiner Helden lässt er sagen: ein dunkler Weg nach Nirgendwo, der nach Nirgendwo führte und wieder nach Nirgendwo und abermals weiter nach Nirgendwo.... In Der alte Mann und das Meer zog Hemingway eine Art Bilanz. Viel probiert, am Ende nichts gewonnen. Er sieht sein Leben so wie der alte Mann, der einsam auf dem Meer mit einem großen Fisch kämpft. Man meint, man hat etwas an der Angel im Leben, doch am Ende bleibt nichts. Und es dreht sich ja alles nur um einen selbst, daher ist der Mann allein. Der Kampf endet mit der unausweichlichen Niederlage, denn der Fisch wird zwar gefangen, aber von Haien zerfetzt. Du bist müde, alter Freund. Du bist innen drin müde! spricht er. Darin kommt die Erkenntnis der Sinnlosigkeit seines Tuns zum Ausdruck. Hier scheint die Erzählung etwas gekünstelt, denn den Kampf gegen den Fisch hat er wohl gewonnen, er hat sogar das Skelett des Fisches als Trophäe, das er sich an die Hauswand nageln könnte. Aber darum geht es nicht, denn auch das wäre sinnlos. Hemingway hat da, wo er gesucht hat, Sinn nicht gefunden. Und weiter suchen wollte er nicht. In seiner Nobelpreisrede hat Hemingway gesagt, dass sich jeder ernsthafte Schriftsteller mit der Ewigkeit oder dem Fehlen der Ewigkeit auseinandersetzen müsse. Doch was ist auf dieser Welt schon ewig? Was sein Vater, ein methodistischer Kirchenvorsteher, mit Ewigkeit in Verbindung brachte, lehnte er ab. Vielleicht hat deshalb Der alte Mann und das Meer kein Happy end. Und das Ende von Hemingway ist vielleicht doch auch nur ein vermeintliches Ende.Werke der Hoffnungslosigkeit und des Nihilismus können, wie alles Negative, allenfalls lehrhaft sein. Dafür und für die Erzählkunst kann man dem Werk etwas abgewinnen. Die Botschaft allerdings sollte man nicht ernst nehmen, wenn man nicht so enden will wie der Autor.




Der alte Mann und das Meer